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Informationsbrief Steuern und Recht

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Dezember 2022
Informationsbrief Steuern und Recht
Für Unternehmer
Der Krieg in der Ukrai­ne und die Sank­tio­nen der EU ha­ben teils schwer­wie­gen­de Fol­gen für Un­ter­neh­men. Da­her rea­giert die Fi­nanz­ver­wal­tung mit fol­gen­den Er­leich­te­run­gen für Un­ter­neh­men:
An­pas­sung der lau­fen­den Ge­wer­be­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen
Steu­erpf­lich­ti­ge, die nicht un­er­heb­lich ne­ga­tiv von den ge­s­tie­ge­nen En­er­gie­kos­ten be­trof­fen sind, kön­nen ei­ne An­pas­sung der lau­fen­den Ge­wer­be­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen er­rei­chen. Bei der Nach­prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen sol­len die Fi­nanz­äm­ter bis zum 31. März 2023 an ein­ge­hen­de An­trä­ge kei­ne st­ren­gen An­for­de­run­gen stel­len. Über An­trä­ge auf Her­ab­set­zung des Ge­wer­be­steu­er­mess­be­trags für Zwe­cke der Vor­aus­zah­lun­gen un­ter Ein­be­zie­hung der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on soll zeit­nah ent­schie­den wer­den.
Auch ei­ne rück­wir­ken­de An­pas­sung des Ge­wer­be­steu­er­mess­be­trags für Zwe­cke der Ge­wer­be­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen für das Jahr 2022 ist im Rah­men der Er­mes­sens­ent­schei­dung mög­lich.
Bil­lig­keits­maß­nah­men bei der Ein­kom­men- und Kör­per­schaft­steu­er
Be­reits am 5. Ok­tober 2022 hat das BMF ein Sch­rei­ben zu Bil­lig­keits­maß­nah­men bei der Ein­kom­men- und Kör­per­schaft­steu­er ver­öf­f­ent­licht. Oh­ne st­ren­ge Nach­weispf­lich­ten sol­len im Ein­zel­fall auf An­trag fäl­li­ge Steu­ern ge­stun­det, Vor­aus­zah­lun­gen zur Ein­kom­men- oder Kör­per­schaft­steu­er an­ge­passt wer­den, so­wie Voll­st­re­ckungs­auf­schub ge­währt wer­den.
Über An­trä­ge auf Bil­lig­keits­maß­nah­men oder An­pas­sung der Vor­aus­zah­lun­gen un­ter Ein­be­zie­hung der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on soll zeit­nah ent­schie­den wer­den. Auch ei­ne rück­wir­ken­de Her­ab­set­zung von Vor­aus­zah­lun­gen für das Jahr 2022 sei im Rah­men der Er­mes­sens­ent­schei­dung mög­lich.
Auf die Er­he­bung von Stun­dungs­zin­sen kann im Ein­zel­fall aus Bil­lig­keits­grün­den ver­zich­tet wer­den.
Zu­sätz­lich zu Löh­nen und Ge­häl­tern ge­währ­te ein­ma­li­ge Ein­nah­men oder lau­fen­de Zu­la­gen, Zu­schlä­ge, Zu­schüs­se oder ähn­li­che Ein­nah­men, sind un­ter Um­stän­den kein Ar­beits­ent­gelt im Sin­ne der So­zial­ver­si­che­rung. Es gibt aber Aus­nah­men, wenn die Ein­nah­men ent­we­der steu­erpf­lich­tig sind oder der Grund­lohn zu hoch ist und sie da­durch den Sta­tus ei­nes Mi­ni­jobs ve­r­än­dern.
Zu­schlä­ge, die für tat­säch­lich ge­leis­te­te Sonn-, Fei­er­tags- oder Nacht­ar­beit (SFN-Zu­schlä­ge) ne­ben dem Grund­lohn ge­zahlt wer­den, sind steu­er­f­rei, so­weit sie be­stimm­te Vom­hun­dert­sät­ze des Grund­lohns nicht über­s­tei­gen. SFN-Zu­schlä­ge, die oh­ne tat­säch­li­che Ar­beits­leis­tung ar­beits­recht­lich zu­ste­hen und ge­zahlt wer­den, sind steu­erpf­lich­tig. Sie stel­len in­so­fern auch Ar­beits­ent­gelt im Sin­ne der So­zial­ver­si­che­rung dar. Dies fällt ins­be­son­de­re bei Be­schäf­ti­gun­gen an, in de­nen wäh­rend ei­nes Be­schäf­ti­gungs­ver­bo­tes nach dem Mut­ter­schutz­ge­setz oder im Fall der ar­beit­s­un­fähig­keits­be­ding­ten Ent­gelt­fort­zah­lung SFN-Zu­schlä­ge ge­währt wer­den.
SFN-Zu­schlä­ge kön­nen al­so wäh­rend der Zah­lung oh­ne tat­säch­li­che Ar­beits­leis­tung ein Ar­beits­ent­gelt von mehr als 520 EUR im Mo­nat be­grün­den. Ein ge­le­gent­li­ches nicht vor­her­seh­ba­res Über­sch­rei­ten, von bis zu zwei Mo­na­ten inn­er­halb ei­nes Zeit­jah­res, ist un­schäd­lich.
Auch wenn der Grund­lohn höh­er als 25 EUR pro Stun­de liegt, wird der An­teil des Zu­schlags so­zial­ver­si­che­rungspf­lich­tig, der über der Gren­ze von 25 EUR liegt.
Wenn Un­ter­neh­mer Ent­nah­men für die pri­va­te Nut­zung be­trieb­li­cher Ge­gen­stän­de nicht er­klä­ren, kann dies auch bei klei­nen Un­ter­neh­men mit ge­rin­gen Um­sät­zen zu Be­triebs­prü­fun­gen füh­ren.
Te­le­fon­kos­ten
Die Ver­steue­rung ei­ner Ent­nah­me bei der Ein­kom­men­steu­er und bei der Um­satz­steu­er ist bei Ein­zel­un­ter­neh­mern ins­be­son­de­re bei den Aus­ga­ben für ein be­trieb­li­ches Han­dy ver­an­lasst. Oh­ne Auf­zeich­nun­gen ak­zep­tiert das Fi­nanz­amt in der Re­gel, dass 70 % der Han­dy­kos­ten als Be­triebs­aus­ga­ben und 30 % als steu­er­lich nicht ab­zieh­ba­re Pri­vat­kos­ten be­han­delt wer­den.
Pri­va­te Fir­men­wa­gen­nut­zung
Der häu­figs­te Grund, warum das Fi­nanz­amt ei­ne Be­triebs­prü­fung durch­führt, ist der Um­stand, dass der Un­ter­neh­mer für die pri­va­te Nut­zung des Fir­men­wa­gens kei­ne steu­erpf­lich­ti­ge Ent­nah­me ver­steu­ert. Beim Fir­men­wa­gen wird der zu ver­steu­ern­de Pri­va­t­an­teil an­hand der Auf­zeich­nun­gen aus ei­nem Fahr­ten­buch er­mit­telt oder pau­schal nach der Ein-Pro­zent-Re­ge­lung.
Le­bens­mit­te­l­ent­nah­men
Wer Le­bens­mit­tel und Ge­trän­ke ver­kauft, muss für sich, sei­nen Ehe­gat­ten und sei­ne Kin­der Wa­ren­ent­nah­men ver­steu­ern. Da­für ver­öf­f­ent­licht das Fi­nanz­amt fi­xe Pau­scha­len.
Qu­el­le: deut­sche-hand­werks-zei­tung.de
Für Bauherren und Vermieter
Durch die Än­de­rung des Wer­t­er­mitt­lungs­ver­fah­rens für Grund­stü­cke und Im­mo­bi­li­en stei­gen Schen­kungs- und Erb­schafts­steu­ern ab 2023.
Im Ent­wurf für das Jahres­steu­er­ge­setz 2022 sind be­son­ders An­pas­sun­gen des Er­trags- und das Sach­wert­ver­fah­rens zur Wer­t­er­mitt­lung vor­ge­se­hen.
Beim Sach­wert­ver­fah­ren sol­len künf­tig auch die La­ge des Ge­bäu­des ein­be­zo­gen und die Wert­zah­len an­ge­passt wer­den.
Beim Er­trags­wert­ver­fah­ren wer­den die an­ge­wand­ten Lie­gen­schafts­zins­sät­ze re­du­ziert, es wird ei­ne ge­rin­ge­re Bo­den­wert­ver­zin­s­ung vom Er­trag ab­ge­zo­gen und ein an­de­rer Ver­viel­fäl­ti­ger be­nutzt, um den Er­trags­wert des Ob­jekts zu be­stim­men.
Es dro­hen deut­lich höhe­re Wer­te und so­mit auch dras­ti­sche Er­höh­un­gen der Erb­schaft- und Schen­kung­steu­er für vie­le Im­mo­bi­li­en. Die Neu­re­ge­lung soll En­de des Jah­res in Kraft tre­ten.
Das Fi­nanz­ge­richt (FG) Ba­den-Würt­tem­berg ent­schied, dass kein Vor­steu­er­ab­zug aus der An­schaf­fung ei­nes Strom­spei­chers im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge zu ge­wäh­ren ist.
Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Ur­teil vom 3. Mai 2022 (IX R 7/21) ent­schie­den, wel­che Steu­er­re­geln gel­ten, wenn Im­mo­bi­li­en aus dem Be­triebs- in das Pri­vat­ver­mö­gen über­führt wer­den.
Sachla­ge:
Der Klä­ger hat im Jahr 2011 ei­ne Woh­nung aus sei­nem land­wirt­schaft­li­chen Be­triebs­ver­mö­gen ent­nom­men und in sein Pri­vat­ver­mö­gen über­führt. Die Woh­nung wur­de im An­schluss an die Ent­nah­me um­fang­reich sa­niert und mo­der­ni­siert. Die Auf­wen­dun­gen hier­für über­s­tie­gen im Jahr der Ent­nah­me so­wie in den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren un­st­rei­tig 15 % des Ent­nahme­werts der Woh­nung.
Das Fi­nanz­amt (FA) be­ur­teil­te die bis­lang als Er­hal­tungs­auf­wen­dun­gen gel­tend ge­mach­ten Auf­wen­dun­gen als an­schaf­fungs­na­he Her­stel­lungs­kos­ten, die bei der Er­mitt­lung der Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ab­zu­sch­rei­ben sei­en. Der ge­gen die Än­de­rungs­be­schei­de ge­rich­te­te Ein­spruch beim FA, eben­so wie die Kla­ge vor dem Fi­nanz­ge­richt (FG), blie­ben oh­ne Er­folg. Der BFH sah die ge­gen das Ur­teil des FG ein­ge­leg­te Re­vi­si­on als teil­wei­se be­grün­det an und hob das zu­vor er­gan­ge­ne Ur­teil auf.
Be­grün­dung:
Nach dem BFH sind bei ei­ner Woh­nung­s­ent­nah­me Sa­nie­rungs­auf­wen­dun­gen so­fort als Wer­bungs­kos­ten ab­zieh­bar. Es han­delt sich dem­nach nicht um an­schaf­fungs­na­he Her­stel­lungs­kos­ten, die le­dig­lich als Ab­set­zun­gen für Ab­nut­zung (AfA) über die Nut­zungs­dau­er steu­er­lich gel­tend ge­macht wer­den kön­nen. Zu den Her­stel­lungs­kos­ten ei­nes Ge­bäu­des ge­hö­ren auch Auf­wen­dun­gen für In­stand­set­zungs- und Mo­der­ni­sie­rungs­maß­nah­men, die inn­er­halb von drei Jah­ren nach der An­schaf­fung des Ge­bäu­des durch­ge­führt wer­den, wenn die Auf­wen­dun­gen oh­ne die Um­satz­steu­er 15 % der An­schaf­fungs­kos­ten des Ge­bäu­des über­s­tei­gen. Für die Qua­li­fi­ka­ti­on von Auf­wen­dun­gen als an­schaf­fungs­na­he Her­stel­lungs­kos­ten be­steht die Vor­aus­set­zung, dass die Woh­nung zu­vor an­ge­schafft wor­den ist.
Die liegt hier nicht vor, weil die Woh­nung zu­vor aus ei­nem Be­triebs­ver­mö­gen ent­nom­men wur­de. Ei­ne An­schaf­fung ist dem­nach nur an­zu­neh­men, wenn für die Woh­nung auch ei­ne Ge­gen­leis­tung ge­währt wur­de und ein Rechts­trä­ger­wech­sel statt­ge­fun­den hat. Der BFH hat im St­reit­fall den Ab­zug der Er­hal­tungs­auf­wen­dun­gen in vol­ler Höhe als Wer­bungs­kos­ten im Jahr der Ent­ste­hung zu­ge­las­sen.
Qu­el­le: BFH, Urt. v. 03.05.2022 - IX R 7/21
Landwirtschaft
Arbeitgeberverbände und Gewerkschaft haben Ende Oktober eine Tarifeinigung für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft erzielt. Das Ergebnis sieht deutliche Lohnerhöhungen sowie eine bundesweite Vereinheitlichung der Lohnstrukturen für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft vor.
Hierzu werden rückwirkend ab 1. Oktober 2022 für die Gruppen der Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung, der Facharbeiter sowie der Meister Mindestvergütungen vereinbart.
Für Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt in den ersten vier Monaten einer Beschäftigung eine Vergütung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns von 12 EUR pro Stunde. Ab dem fünften Arbeitsmonat muss die Vergütung mindestens 12,50 EUR brutto betragen.
Facharbeitern werden 14,50 EUR gezahlt und für Meister liegt die Vergütung bei 16,50 EUR pro Stunde.
Die Vergütung für Azubis muss im ersten Lehrjahr mindestens 700 EUR betragen.
Im Dezember 2022 erhalten Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft die steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsausgleichsprämie. Für Vollzeitbeschäftigte beträgt sie mindestens 350 EUR.
In Sachen betriebliche Altersvorsorge ist man zudem weiter bemüht, eine neue tarifliche Zusatzversorgung mit der Gewerkschaft auszuhandeln.
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Die wich­tigs­ten In­hal­te des In­fla­ti­ons­aus­g­leichs­ge­set­zes rich­ten sich auf die Ab­sen­kung des Ein­kom­men­steu­er­ta­rifs und die Er­höh­ung des Kin­der­gelds. Die Eck­punk­te für ein In­fla­ti­ons­aus­g­leichs­ge­setz se­hen im Ein­zel­nen ins­be­son­de­re fol­gen­de Än­de­run­gen vor:
Höhe­rer Grund­f­rei­be­trag
Zum 1. Ja­nuar 2023 ist ei­ne An­he­bung auf 10.908 EUR be­sch­los­sen. Für 2024 ist ei­ne wei­te­re An­he­bung auf 11.604 EUR vor­ge­se­hen.
Kal­te Pro­gres­si­on aus­g­lei­chen
Die so­ge­nann­ten Ta­ri­feck­wer­te wer­den ent­sp­re­chend der er­war­te­ten In­fla­ti­on nach rechts ver­scho­ben. Das heißt, der Spit­zen­steu­er­satz soll 2023 bei 62.810 statt bis­her 58.597 EUR grei­fen, 2024 ab 66.761 EUR be­gin­nen. So kom­men trotz stei­gen­der In­fla­ti­on höhe­re Ein­kom­men auch tat­säch­lich bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern an und der Ef­fekt der kal­ten Pro­gres­si­on wird so­mit aus­ge­g­li­chen. Be­son­ders ho­he Ein­kom­men (so­ge­nann­ter Rei­chen­steu­er­satz) ab 277.836 EUR sind aus­drück­lich von die­ser An­pas­sung aus­ge­nom­men.
Un­ter­stüt­zung von Fa­mi­li­en
Der Kin­der­f­rei­be­trag soll um 404 EUR auf 6.024 EUR er­höht wer­den, hier­von kön­nen be­son­ders Be­zie­he­rin­nen und Be­zie­her höhe­rer Ein­kom­men pro­fi­tie­ren. Ab dem 1. Ja­nuar 2023 be­trägt das Kin­der­geld mo­nat­lich 250 EUR pro Kind. Die Er­höh­ung des Kin­der­gel­des gilt auch für ein­kom­mens­schwa­che Fa­mi­li­en, wel­che kei­ne Ein­kom­men­steu­er zah­len.
An­he­bung des Un­ter­halt­höchst­be­trags
Der Un­ter­halt­höchst­be­trag für 2022 wird von 9.984 EUR auf 10.347 EUR an­ge­ho­ben. So kön­nen mehr Kos­ten, die et­wa für Be­rufs­aus­bil­dung oder Un­ter­halt für ei­ne un­ter­halt­be­rech­tig­te Per­son an­fal­len, steu­er­lich gel­tend ge­macht wer­den.
Das Fi­nanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te sich mit der Fra­ge zu be­fas­sen, ob vol­ler Wer­bungs­kos­ten­ab­zug von Auf­wen­dun­gen für das aus­sch­ließ­lich von ei­nem Part­ner ei­ner nicht­e­he­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft ge­nutz­te Ar­beits­zim­mer in ei­ner ge­mein­sam an­ge­mie­te­ten Woh­nung zu ge­wäh­ren ist.
Im ver­han­del­ten Fall war der nicht ver­hei­ra­te­te Klä­ger als Ver­triebs­lei­ter nicht­selbst­stän­dig tä­tig. Mit sei­ner Le­ben­s­part­ne­rin mie­te­te er ein 150 qm gro­ßes Ein­fa­mi­li­en­haus an und das Paar nut­ze je­weils ei­nes von zwei 15 qm gro­ßen Zim­mern für sich al­lei­ne als Ar­beits­zim­mer. Der Klä­ger mach­te in sei­ner Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung Wer­bungs­kos­ten für ein Ar­beits­zim­mer in Höhe von 2.661 EUR, 10 % der Kos­ten für das ge­sam­te Haus, gel­tend.
Das Fi­nanz­amt er­kann­te nur 50 % der Auf­wen­dun­gen an und rech­ne­te die an­de­re Hälf­te der Le­bens­ge­fähr­tin zu. Der Klä­ger ver­t­rat da­ge­gen die Auf­fas­sung, dass er mit der auf ihn ent­fal­len­den Hälf­te der Miet­zah­lun­gen die Al­lein­nut­zung sei­nes Ar­beits­zim­mers fi­nan­ziert ha­be und nicht die Auf­wen­dun­gen für zwei Ar­beits­zim­mer je­weils zur Hälf­te.
Dem stimm­te das Ge­richt zu: Wird ei­ne Woh­nung von meh­re­ren Per­so­nen an­ge­mie­tet und nutzt ein Mie­ter ei­nen Raum zur Ein­künf­te­er­zie­lung al­lei­ne, dann sind die auf die­sen Raum ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen – in den von § 9 Abs. 5, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG ge­zo­ge­nen Gren­zen – bei ihm in vol­ler Höhe als Wer­bungs­kos­ten oder Be­triebs­aus­ga­ben ab­zugs­fähig, so­fern der Nut­zen­de Auf­wen­dun­gen in min­des­tens die­ser Höhe ge­tra­gen hat.
Der Se­nat hat die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen, da die Fra­ge der Höhe des Wer­bungs­kos­ten­ab­zugs in der Kon­s­tel­la­ti­on ei­ner nicht­e­he­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft bis­lang höch­s­trich­ter­lich nicht ent­schie­den ist.
Qu­el­le: FG Düs­sel­dorf
Für Sparer und Kapitalanleger
Spa­rer wur­den in den letz­ten Jah­ren durch von Ban­ken au­f­er­leg­te Straf­zin­sen be­nach­tei­ligt. Jetzt brin­gen im­mer mehr Kre­di­t­in­sti­tu­te Zin­sen für Ta­ges­geld- und Fest­geld­kon­ten zu­rück. Die Zins­wen­de kommt al­so bei den Spa­rern an.
Laut dem "Han­dels­blatt" kann sich ein Ta­ges­geld­kon­to nun be­son­ders für Spa­rer loh­nen, die ihr Geld zu­min­dest an­teils­mä­ß­ig vor der In­fla­ti­on schüt­zen, aber den­noch je­der­zeit dar­auf zu­g­rei­fen kön­nen. Es sei­en zwar kei­ne star­ken Zins­sät­ze zu er­war­ten, bleibt das Geld bis­lang aber un­ver­zinst auf dem Kon­to lie­gen, stel­le dies ei­ne gu­te Al­ter­na­ti­ve dar. Bank­kun­den soll­ten je­doch auf­merk­sam die Ver­trags­be­din­gun­gen zu den Lauf­zei­ten der Zin­sen stu­die­ren.
Aber auch wenn die Zin­sen auf Spar­gut­ha­ben stei­gen, ver­liert das Geld durch die ho­he In­fla­ti­ons­ra­te wei­ter an Kauf­kraft.
Wich­tig:
Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Zin­sen wei­ter stei­gen, da­her soll­te man sich bei Fest­geld nicht zu lan­ge bin­den.
Kre­di­te wer­den teu­rer
Kre­dit­neh­mer müs­sen sich auf stei­gen­de Kos­ten ge­fasst ma­chen, da sich die Ban­ken das Geld, das sie selbst für ih­re Kre­di­te bei der Zen­tral­bank zah­len, von ih­ren Kun­den zu­rück­ho­len. Vor al­lem auch Dis­po­zins­sät­ze wer­den in den nächs­ten Mo­na­ten stark stei­gen. Bau­k­re­di­te wa­ren be­reits vor den Ent­schei­dun­gen der EZB deut­lich ge­s­tie­gen, zo­gen aber in den ver­gan­ge­nen Wo­chen auf­grund der straf­fe­ren Geld­po­li­tik noch wei­ter an.
Lesezeichen
Auf­wen­dun­gen für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tä­tig­keits­stät­te mit ei­nem Ta­xi kön­nen le­dig­lich in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­scha­le als Wer­bungs­kos­ten in An­satz ge­bracht wer­den.
Short­link: https://www.ti­nyurl.com/3ju­n­u4hj
Wichtige Steuertermine
Lohn­­steu­er, Um­­­sat­z­­steu­er
12.12.2022 (15.12.2022)
Fäl­li­g­keit der Bei­trä­ge zur So­­zial­ver­­­si­che­rung:
23.12.2022 (Bei­­trags­­nach­­weis)
28.12.2022 (Bei­­trags­­­zah­­lung)
Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­­trags­­nach­­weis am Vor­­­tag bis spä­tes­­tens 24.00 Uhr ein­­ge­­reicht sein.
*En­­de der Schon­­frist bei Zah­­lung durch Über­wei­­sung in Klam­­mern.